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Commit-Wortmarke und einige sehr kleine Bilder von Gebäuden, Aktionen und Personen aus dem Vereinsleben

Vorstellung des Medizinischen Behandlungszentrums für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) in Mainz

Mit einem Pressegespräch hat die Rheinhessen-Fachklinik und deren Träger, das Landeskrankenhaus Rheinland-Pfalz, am 3. November 2016 das Medizinische Behandlungszentrum Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) vorgestellt. Es ist deutschlandweit das erste Zentrum, das unter der neuen gesetzlichen Regelung seine Arbeit aufgenommen hat. Im Beisein der Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, des Landeskrankenhaus-Geschäftsführers Dr. Gerald Gaß, der Leiterin des MZEB, Frau Dr. Anne Bredel-Geißler, dem Leiter der Rheinhessen-Fachklinik, Dr. Helmut Peter, Vertretern der Kostenträger und Vertretern der Presse wurde deutlich, welch großer Meilenstein die Inbetriebnahme des MZEB für Menschen mit Behinderungen und / oder schwersten chronischen Erkrankungen ist.
In ihren Eröffnungsworten stellte die Ministerin heraus, dass der Aufbau der Sozialpädiatrischen Zentren vor über 40 Jahren als der eigentliche Grundstein für die heutigen MZEB gelten kann. Damals wurden Kinder und Jugendliche erstmals zielgerichtet in spezialisierten Ambulanzen diagnostiziert und therapiert. Bislang endete die Möglichkeit dieser Behandlung im SPZ mit der Volljährigkeit: „Im Erwachsenenalter besteht für diese Patienten aber ein hohes Risiko, die bisher erreichten Rehabilitationsziele wieder zu verlieren. Das MZEB bedeutet daher eine existentielle Verbesserung der Versorgung dieser Patienten“, so Frau Dr. Bredel-Geißler.
Auch die Ministerin Bätzing-Lichtenthäler betonte: „Ich freue mich sehr, dass mit dem MZEB eine Versorgungslücke geschlossen werden kann und auch für über 18-Jährige mit komplexen Mehrfachbehinderungen eine gute medizinische Versorgung für ihre spezifischen Behandlungsbedarfe sichergestellt ist. Das entspricht dem Sinn der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Nicht zuletzt ist eine gute medizinische Versorgung auch Voraussetzung für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft.“
In Mainz wird die Behandlung der Patienten in einem multiprofessionellen Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Rehaberatern, Sozialarbeitern und speziell geschultem Anmeldepersonal durchgeführt. Dadurch kann den Patienten und ihren Angehörigen ein passgenaues Angebot gemacht werden.
Rheinhessen-Fachklinik hat mit ihrem Modellprojekt der Spina bifida Ambulanz für Erwachsene bereits seit 17 Jahren Erfahrung in der Begleitung und Behandlung von Erwachsenen und kann auf diesen Erfahrungsschatz aufbauen. Die Mitarbeiter sind in der Arbeit bereits erfahren, das neue Angebot wird durch Aufstockung der Stellen innerhalb der RFK Mainz sichergestellt. So ist auch gewährleistet, dass die vorhandenen Erfahrungen genutzt werden und neue Mitarbeiter in die komplexe Materie gut eingearbeitet werden können.
Die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Therapeuten, Ärzten und Mitarbeitern in Einrichtungen wie Wohnheimen und Werkstätten gehört ebenso zum Konzept wie die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für diese Gruppen.
In Rheinland-Pfalz sind bereits an vier weiteren Standorten MZEBs zugelassen, in Bad Kreuznach angebunden an der kreuznacher diakonie, in Trier am dortigen SPZ und im Bereich Koblenz/Neuwied am Heinrichhaus sowie durch einen Trägerverbund aus HTZ, Lebenshilfe und weiteren.
Das Mainzer MZEB ist bundesweit das erste Zentrum, das unter der neuen Regelung im SGB die Arbeit aufgenommen hat. Seit der offiziellen Eröffnung am 1. Oktober haben sich bereits annähernd 180 Patienten angemeldet.
Möglich wurde die Einrichtung dieser spezialisierten Zentren durch die Einführung des neuen §119 c im Sozialgesetzbuch V, der die gesetzliche Grundlage für die Zulassung und die Finanzierung der MZEB bildet. Dr. Peters stellte heraus, dass seit 2008 an der Einführung des §119 c gearbeitet werde. Gemeinsam mit anderen Ärzten, die sich für den Übergang von jugendlichen Patienten in den Bereich der Er-wachsenenmedizin, der sogenannten Transition, einsetzten, war er maßgeblich daran beteiligt, dass die MZEB von der Vision zur Wirklichkeit geworden sind.
Das MZEB Ist unter der Rufnummer 06131-378 2123 erreichbar.
Die LAG Selbsthilfe unterstützt die Einrichtung von MZEBs ausdrücklich. Auf der Landes- und Bundesebene begleiten LAG gemeinsam mit der BAG die Einrichtung der MZEBs. Durch Regionalisierung und Spezialisierung sollen innerhalb der Zentren allen Menschen mit besonderen Bedarfen in der dauerhaften medizinischen Versorgung passgenaue Angebote zur Verfügung stehen.
Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz e.V.
Oliver Pfleiderer
Kaiserstraße 42
55116 Mainz
pfleiderer@lag-sb-rlp.de
Tel: 06131-33 62 80
Fax: 06131-33 62 86

Über die LAG:
Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz (kurz LAG Selbsthilfe) ist ein Zusammenschluss und politische Interessensvertretung von 53 Selbsthilfeverbänden und -gruppen mit rund 50.000 behinderten und chronisch kranken Menschen sowie deren Angehörigen im Land Rheinland-Pfalz. Als Dachverband setzen wir uns ein für die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen.
Getreu dem Motto „gemeinsam sind wir stark“ muss unser Ziel sein, die Schlagkraft gegenüber der Politik zu erhöhen und so mit Nachdruck unseren Forderungen nach einer gleichberechtigten Teilhabe ALLER Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen Geltung zu verleihen. Wir setzen uns insbesondere ein für
• die umfassende, nachhaltige und schnellst mögliche Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen auf allen Ebenen
• die gleichberechtigte Teilhabe an den Möglichkeiten der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben behinderter und chronisch kranker Menschen
• die Herstellung von Barrierefreiheit nach §4 Bundesgleichstellungsgesetz (BGG) und §2 Abs. 3 Landesgesetz zur Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen (LGGBehM) als Querschnittsthema
• die gemeinsame Erziehung und Bildung behinderter und nicht behinderter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener im schulischen und außerschulischen Bereich
• die Beschäftigung behinderter und chronisch kranker Menschen auf dem regulären Arbeitsmarkt
• die Bereitstellung von barrierefreiem, bezahlbarem und gemeindenahem Wohn-raum
• persönliche Assistenz
• eine wohnortnahe sowie unbürokratische Heil- und Hilfsmittelversorgung
• den Aufbau und die Unterstützung von Selbsthilfegruppen
Neben der Einforderung dieser Ziele liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit in der Vernetzung und der Stärkung der Behindertenselbsthilfe. Wir wollen Synergien nutzen und das Bewusstsein hinsichtlich der Belange von Menschen mit Behinderungen in Politik und Öffentlichkeit stärken – vor allen unter Berücksichtigung der Anforderungen der UN-BRK. Inklusion ist eine gemeinsame Aufgabe, die es zu stemmen gilt.
Unsere Mitglieder erhalten kostenlose Rechtsberatung und viele wichtige Informationen. Als Dachverband und Solidargemeinschaft arbeiten wir behinderungsübergreifend und vertreten unsere Mitglieder gegenüber (Fach-) Öffentlichkeit und Politik.

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