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Commit-Wortmarke und einige sehr kleine Bilder von Gebäuden, Aktionen und Personen aus dem Vereinsleben

Budget - neue Hilfeformen für Menschen mit Behinderungen

Budgets stellen eine neue Hilfeform für Menschen mit Behinderungen dar. Hierunter versteht man Geldbeträge, die Menschen mit Behinderungen erhalten, damit sie sich ihre Hilfeleistungen selbst organisieren können und nicht mehr auf bestimmte Anbieter festgelegt sind. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, dass die Angebote, die Wohlfahrtsverbände oder private Anbieter machen, nicht immer dem Bedarf eines Menschen mit Behinderung entsprechen und dass man diese Leistungen kostengünstiger erhalten kann. Zudem soll die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung gestärkt werden.
Diese grundsätzlich gute Idee hat den Nachteil, dass die Kosten i.d.R. nicht höher sein dürfen als die vergleichbaren Sachleistungen. Zudem ist die Bedarfsdeckung nicht gewährleistet. Veränderungen im Bewilligungszeitraum gehen zu Lasten des Budgetnehmers. Sollte das Budget nicht ausgeschöpft werden, besteht die Gefahr, dass das Budget im folgenden Bewilligungszeitraum gekürzt wird.

Das Persönliche Budget (gem. SGB XII)

Das persönliche Budget ist ein Unterstützungsangebot für Menschen mit Behinderung ( psychisch - geistig oder körperlicher Art), die ihr Leben  außerhalb von Heimen in Selbständigkeit führen möchten.

Selbstbestimmt Leben heißt:

  • Menschen mit Behinderung gestalten und organisieren ihre Lebensverhältnisse selbst? nach ihrem persönlichen Lebensplan.
  • Nicht auf Hilfe zu verzichten, sondern als  Auftraggeber von Hilfeleistungen Umfang, Form und Ort der Hilfen selbst zu bestimmen.

Das Persönliche Budget

  • ist eine ambulante Unterstützungsform, die im Rahmen der Eingliederungshilfe nach dem 12. Buch des Sozialgesetzes finanziert wird.
  • steht als Geldbetrag zur Verfügung, mit dem dann die benötigte Hilfe "eingekauft" werden kann.
  • kann auch als Zusatzbedarf innerhalb des Betreuten Wohnens beantragt werden.

Was ist erforderlich, um ein Persönliches Budget zu erhalten?

  • Ein formloses Anschreiben, in dem Sie Ihre Behinderung und Ihren Bedarf schildern können.
  • Dies können auch Ihre Angehörigen oder von Ihnen beauftragte Personen übernehmen. Werden Sie schon von einem Dienst unterstützt, so kann auch dieser in Ihrem Auftrag einen Antrag stellen.
  • <b>Sozialhilfefragebogen</b> (Formulare gibt es bei der Sozialbehörde -> Sachgebiet Eingliederungshilfe)
  • <b>Ärztliche Bescheinigungen, aktuelle medizinische Gutachten</b>
  • <b>Nachweis über Einkommen und Vermögen</b>

Was geschieht nach der Antragstellung

  • Der Fachdienst des Amtes für soziale Leistungen sucht den Antragssteller auf, um sich ein eigenes Bild zum derzeit notwendigen Hilfebedarf zu machen.
  • Ein individueller Hilfeplan wird vom selbst gewählten zukünftigen Unterstützer gemeinsam mit dem Antragsteller erarbeitet.
  • Abschließend wird der Antrag in einer Hilfeplankonferenz mit allen Beteiligten erörtert und festgelegt, ob und in welcher Höhe ein Persönliches Budget ausgezahlt werden kann.
  • Aus dem anschließenden schriftlichen Bewilligungsbescheid geht hervor, wie lange das Persönliche Budget in dieser Höhe ausgezahlt und wann der Hilfebedarf überprüft und die Hilfeplanung fortgeschrieben wird.
  • <b>Der tatsächliche Bedarf bestimmt die Höhe des Budgets.</b>

Zu beachten ist:

  • Die Vermögensfreigrenze liegt bei <b>2.600,00 €</b>
  • Die Einkommensgrenze liegt bei 690,00 € und <b>Mietkosten (ohne Heizung)</b>
  • Sofern das Einkommen des Antragstellers die Einkommensgrenze übersteigt, muss sich der Antragsteller an den Kosten mit 80 % des übersteigenden Betrages beteiligen.
  • Bei Gewährung von Eingliederungshilfe beschränkt sich die Unterhaltsverpflichtung der Eltern auf 26,00 € monatlich

download Infoblatt zu persönliches Budget...

Trägerübergreifendes Budget

Viele behinderte Menschen haben Ansprüche gegenüber verschiedenen Sozialleistungsträgern. Um nicht mit jedem einzelnen verhandeln zu müssen, kann er sich an eine Stelle wenden, die dann in seinem Auftrag klärt, welche Ansprüche er im Einzelnen hat. Das können Leistungen der Eingliederungshilfe und Pflegeleistungen sein, aber auch Leistungen der Sozialversicherungsträger. Der Mensch mit Behinderung erhält dann alle Ansprüche zusammen als ein einheitliches Budget.

Sie stellen den Antrag zum Beispiel bei:

  • Ihrer Kranken-Kasse,
  • Ihrer Pflegekasse,
  • Ihrer Rentenversicherung,
  • Ihrem Jugend-Amt
  • Ihrem Sozial-Amt,
  • Ihrem Integrations-Amt,
  • Ihrer-Agentur für Arbeit

Sie können auch zu einer Service-Stelle gehen. Diese Stellen gibt es in jeder größeren Stadt. Dort können Sie den Antrag stellen. Bei den Service-Stellen können Sie auch eine Beratung über das Persönliche Budget bekommen. Wo eine Service-Stelle ist, können Sie im Internet lesen.
Dazu gehen Sie im Internet auf die Seite:
www.reha-servicestellen.de 
 

Ein möglicher Weg ist so:

  • Sie gehen zu einer Service-Stelle. Dort stellen Sie den Antrag. Dort reden Sie auch darüber, welche Hilfen Sie bekommen können.
  • Die Service-Stelle sagt allen Trägern Bescheid, dass Sie das Persönliche Budget haben wollen.
  • Alle Träger müssen eine Stellungnahme schreiben. Das ist ein Brief. Im Brief muss zum Beispiel stehen, welche Hilfe Sie bekommen. Oder wieviel Geld Sie bekommen.
  • Es gibt ein Treffen. Dort sprechen Sie mit den Trägern über Ihre Hilfe.
  • Sie machen einen Vertrag mit Ihrem Beauftragten. Dieser Vertrag heißt: Zielvereinbarung. Im Vertrag steht alles über Ihre Hilfen und Ihr Persönliches Budget.
  • Sie bekommen einen Bescheid von Ihrem Beauftragten. Im Bescheid steht zum Beispiel wieviel Geld Sie bekommen.
  • Nach spätestens 2 Jahren wird geprüft, ob die Hilfe für Sie noch die richtige Hilfe ist.

Informationen erfragen unter:

  • Infos für behinderte Menschen:
    Tel.: 01805/ 67 67-15
  • Gehörlosen/Hörgeschädigtenservice:
    E-Mail: info.gehoerlos(at)bmas.bund.de 
    Tel.: 01805/ 67 67-16, Fax: 01805/ 67 67-17

 

 

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